Drehen ist ein zerspanendes Fertigungsverfahren für Metalldrehteile und Kunststoffdrehteile. Gedreht wird manuell auf einer Drehbank oder automatisiert auf einer Drehmaschine, was auch in heutiger Zeit als Standard zählt. Im Gegensatz zum Fräsen dreht sich hier das Werkstück beziehungsweise Halbzeug und führt somit die Hauptschnittbewegung mit seiner Rotation aus. Das fest eingespannte Werkzeug (Drehwerkzeug, Wendeschneidplatte) wird am drehenden Werkstück mit Hilfe des Werkzeugschlittens entlang bewegt, um einen Span abzuheben und führt dementsprechend die Zustell- und Vorschubbewegung aus.
In der Einteilung der Fertigungsverfahren zählt das Drehen nach DIN 8580 als trennendes Verfahren. Beim klassischen Drehen von Drehteilen werden hauptsächlich rotationssymmetrische (runde) Drehteile hergest. Die moderne Technologie einer heutigen CNC-Drehmaschine macht es möglich, zusätzlich auch Fräsbearbeitungen und Bohrbearbeitungen an den Drehwerkstücken zu fertigen, die früher nur auf einer Fräsmaschine zu produziert werden konnten. Sind die Drehteile im mikroskopischen Bereich (sogenannte Kleinstdrehteile), beispielsweise in der Uhren- oder Medizinalindustrie sowie der Mikrotechnik, spricht man von Décolletage.
Wahl der Schnittdaten [Drehteilebearbeiten]
Die Schnittdaten, die beim Drehen von Drehteilen eingestellt werden können sind die Schnittgeschwindigkeit, der Vorschub und die Schnitttiefe. Durch Optimierung dieser Parameter werden folgende Zustände erreicht:
• optimale Standzeit des Werkzeugs
• verbesserte Spanbildung
• geforderte Oberflächengüte
• möglichst großes Spanungsvolumen
• kleine Schnittkraft
Schnittgeschwindigkeit und Drehzahl
Die Wahl der Schnittgeschwindigkeit ist abhängig von Werkstoff, Werkzeug und Drehverfahren. Richtwerte für die Schnittgeschwindigkeit sind aus Tabellen zu entnehmen, basieren aber in der Serienfertigung von Drehteilen weitestgehend auf Erfahrungswerte . Die Drehzahl ist abhängig von Schnittgeschwindigkeit und dem Drehdurchmesser.
Vorschub
Der Vorschub wird in mm pro Umdrehung angegeben. Er sollte beim Vordrehen (Schruppdrehen) aus wirtschaftlichen Gründen so groß wie möglich eingestellt werden. Begrenzt wird er durch die Leistung der Drehmaschine, der möglichen Belastung der Schneide und der Stabilität des Werkstückes. Beim Fertigdrehen(Schlichtdrehen) wird meist mit geringerem Vorschub gearbeitet, um eine höhere Oberflächenqualität zu erzielen.
Schnitttiefe
Die Schnitttiefe ist beim Runddrehen der Drehteile von der Zustellung des Drehwerkzeuges, beim Einstechdrehen von der Breite der Schneide abhängig. Die Schnitttiefe sollte beim Vordrehen so groß wie möglich gewählt werden. Beim Fertigdrehen entspricht die Schnitttiefe dem Aufmaß.
Varianten der Drehbearbeitung [Bearbeiten]
• Runddrehen, es entsteht die Mantelfläche eines Zylinders
• Plandrehen, es entsteht die Grundfläche eines Zylinders, also eine Ebene
• Kegeldrehen, es entsteht die Mantelfläche eines Kegels
• Gewindedrehen, es entsteht ein Gewindegang entlang einer Schraubenlinie
• Profildrehen / Profilstechen, die Form des Werkzeugs wird auf das Werkstück übertragen
• CNC-Formdrehen, die Werkzeugbahn wird durch ein Programm von einem Rechner gesteuert.
• Mehrkantdrehen, es entstehen Flächen 2/4/6-kant zum Beispiel eine Schlüsselfläche einer Schraube
Drehen - Stechdrehen - Abstechen [Bearbeiten]
Beim Drehen wird das Werkzeug an der Oberfläche entlang bewegt, beim Abstechen wird direkt in das zu bearbeitenden Stabmaterial geschnitten , so dass es sich vom Rest ablöst, es wird also in das Werkstück hineingestochen. Viele Profil-Werkzeuge werden im Stechdrehverfahren verwendet, zum Beispiel zum Herstellen von Nuten für Sicherungsringe. Wird mit dem Stechdrehen bis zur Werkstückmitte fortgefahren, so kann das Werkstück vom eingespannten Stangenmaterial getrennt werden. Dies nennt man dann Abstechen.
Gewindedrehen - Gewindestrehlen [Bearbeiten]
Bei dem Verfahren wird ein Werkzeug im Längsdrehverfahren benutzt. Der Vorschub entspricht der Gewindesteigung, damit hinterlässt das Werkzeug eine Spur auf der gewünschten Schraubenlinie. Beim Gewindedrehen wird ein Profil-Werkzeug verwendet. Dessen Profil entspricht der Form des gewünschten Gewindes, zum Beispiel ein 60°-Winkel für ein metrisches und ein 55°-Winkel für ein Withworthgewinde. Da die Schnittkräfte vor allem bei groben Gewinden bei einem einzigen Durchgang zu groß sind, wird dieses Werkzeug mehrmals durch dieselbe Spur bewegt, jedes mal ein Stückchen tiefer. Mit Gewindedrehen können auch keglige Gewinde hergestellt werden.

